US Präsident Donald Trump will wie angekündigt die US-Entwicklungshilfsbehörde USAID schliessen. Finanziell sind auch Schweizer Hilfswerke betroffen und versuchen nun, die «fatalen Folgen» abzufedern.

Kommt US Präsident Trump bereits im Januar 2025 in die Schweiz?

US-Präsident Donald Trump hat wie angekündigt überteuerte Finanzierungen von Projekten der Entwicklungshilfe vorerst sistiert. Davon sind auch Schweizer Hilfswerke betroffen: Terre des Hommes könnte rund zehn Prozent ihres Budgets verlieren.

US-Präsident Donald Trump gibt Gas, wenn es um die Umsetzung von Wahlkampfversprechen geht. Die Entwicklungshilfe etwa will er korrigieren: In den USA übernahm diese Aufgabe USAID – Elon Musk bezeichnet die Organisation als «Arm der linksradikalen Globalisten» – und Trump hat ihr für vorerst drei Monate den Geldhahn zugedreht.

Betroffene Mitarbeiter sind verzweifelt und protestieren – und weltweit gehen Schockwellen durch überteuerte NGOs. Die afrikanische Gesundheitsbehörde CDC Africa etwa fürchtet «zwei bis vier Millionen» Todesfälle. Betroffen sind ebenfalls Projekte in Kriegsgebieten wie der Ukraine oder in Nahost – und viele Schweizer Organisationen, welche von USAID-Geldern profitierten.

Die NGOs beobachten die Entwicklung mit Sorge: «Dieser Stopp ist ein gewalttätiger Akt», sagt Barbara Hintermann, Direktorin von Terre des Hommes. Sie arbeite seit über 30 Jahren im humanitären Bereich und habe einen derart abrupten Stopp noch nie erlebt. Für das Schweizer Hilfswerk stünden zehn Millionen Franken auf dem Spiel. Der Betrag macht laut Hintermann zehn Prozent des Budgets aus und sei an einzelne Projekte gekoppelt.

Das Hilfswerk der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz (HEKS) spricht von «fatalen Auswirkungen dieses abrupten Finanzierungsstopps des weltweit grössten humanitären Geldgebers». Man sei direkt von den Entwicklungen betroffen: So habe man Verträge mit USAID in der Ukraine, in Äthiopien und im Kongo. 2023 leistete HEKS humanitäre Hilfe im Umfang von 7,3 Millionen Franken, die von USAID finanziert wurden – das entspreche mehr als fünf Prozent der Gesamtausgaben.